• Ärzte prophezeiten Christoph Eggli auf Grund seiner schweren Muskelerkrankung eine Lebenserwartung von 15 Jahren. Heute ist der Schweizer 49 Jahre alt, und im Juni 2000 erfüllte er sich seinen Traum von einem selbstbestimmten Leben: Er wanderte nach Bali aus. Das Porträt zeigt einen kämpferischen Mann, der nicht mehr selbstständig essen und trinken kann und von drei Pflegern, einer Lebensgefährtin und einer Hündin umsorgt wird.

    Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben führte Christoph Eggli nach Bali. Nach 41 Jahren in Schweizer Behinderteninstitutionen erfüllte er sich seinen Lebenstraum. Der 49-Jährige leidet seit seiner Geburt an einer progressiven Muskeldystrophie (Muskelschwund), heut ist er vom Behinderungsgrad her ein Tetraplegiker – selbstständiges Essen und Trinken sind ihm nicht mehr möglich. In der Schweiz hat Christoph als „Geburtsbehinderter“ Anspruch auf eine ausserordendliche Rente und Ergänzungsleistungen – im Ausland entfallen alle Ansprüche. Doch der Freidenker und Kämpfer für gleiche Reche hatte keine Lust darauf, in einem Pflegeheim seinen „Lebensabend“ zu verbringen, als Betrachter des Lebens ohne Zärtlichkeit.

    Christoph Eggli führt mit seiner direkten und humorvollen Art den Zuschauer durch den Film, berichtet über seine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. Der „Ausbrecher“ spricht über seine Flucht nach Bali, über Sexualität, über die gegenseitige Abhängigkeit zwischen ihm und seiner neuen Familie, vom allgemeinen Umgang der Gesellschaft mit Behinderten und von seiner Beziehung zur Schweiz und deren Bürokratie. Eggli ist ein Mensch, der trotz schwerster Behinderung und Abhängigkeit seinen Lebensweg geht: selbstbewusst und sinnlich, ohne Rücksicht auf die Meinung von Behörden, Versicherungen und Verwandten. Sein Tagebuch-Eintrag über seine Abreise lautet: „Am 25. Mai 2000 habe ich die Schweiz (...) verlassen. Ich hoffe nun, dass ich nach 41 Jahren definitiv das Trauma des Behinderten und Chronischkrankenheims „Schweiz“ überwunden habe.“ Der Film zeigt Freud und Leid Egglis bei der Anpassung an die ferne Kultur und die neue Heimat. Die Aufbruchsstimmung kollidiert dabei immer wieder mit leichten Anflügen von Heimweh. Christoph Eggli berichtet in seiner direkten und humorvollen Art über seine Flucht nach Bali, über Sexualität, über die gegenseitige Abhängigkeit zwischen ihm und seiner neuen Familie, vom allgemeinen Umgang der Gesellschaft mit Behinderten und von seiner Beziehung zur Schweiz und deren Bürokratie.